Aufgrund des aktuell anhaltenden Bürgerkrieges in Syrien, sind die syrischen Tscherkessen zwischen die Fronten geraten und werden täglich aufs neue beschossen, bombardiert und kaltblutig ermordet.

Ein wesentlicher Teil befindet sich auf der Flucht,

sowohl innerhalb Syriens aber auch außerhalb in den Flüchtlingslagern Jordanien und der Türkei. Die Syrischen Tscherkessen wie auch die gesamte syrische Bevölkerung ist durch den Bürgerkrieg in tiefste Not gestürzt worden.



Die Tscherkessen, die heute in Syrien leben, sind seit 1878 im Land. Ein Teil wurde vom Balkan in den nahen Osten umgesiedelt, ein weiterer Teil kam aus dem Kaukasus in die türkische Hafenstadt Samsun, von da nach Kayseri (Uzun Yayla) und anschließend ins heutige syrische Staatsgebiet.

Nach der Abtrennung Syriens vom osmanischen Reich kamen die syrischen Tscherkessen 1920 unter französischer Mandatsverwaltung,

 

der sie wiederholt gegen aufständische Araber zur Seite standen. Hierdurch wurde das Verhältnis zwischen den Tscherkessen und Arabern erheblich belastet. Im arabisch- jüdischen Krieg von 1948/49 kämpften die syrischen Tscherkessen auf arabischer Seite unter dem Kommando eines Tscherkessen. Dies führte zu einer Wende der Beziehungen und zu einer Versöhnung zwischen dem arabischen und tscherkessischen Bevölkerungsteil Syriens und bewirkte zugleich eine Öffnung des syrischen Staatsdienstes für Tscherkessen. Dadurch verstärkte sich gleichzeitig die Arabisierung der syrischen Tscherkessen, diese sind genauso wie die Tscherkessen in den anderen Diasporen einer starken Assimilierung und dem Verlust ihre Sprache ausgesetzt. 

 

Bis vor dem arabisch - jüdischen Krieg 1967 bewohnte ein Teil der syrischen Tscherkessen mit 12 Dörfern die Golan Höhen. Angeblich hieß der Anführer der ersten Tscherkessen die sich hier ansiedelten Jölen Bey, von diesem ist der Name Golan abgeleitet worden. Da ihr traditioneller Hauptort von Israel besetzt und annektiert wurde, lebt ein Grossteil der syrischen Tscherkessen im Stadtteil Rukneddiye von Damaskus. Die Gesamtzahl der Tscherkessen in Syrien beträgt etwa 100.000. Die Siedlungsgebiete der Tscherkessen in der Syrien sind

 

 

Mumbusch und Homs: Abadzechen

Aleppo und Hansr: Kabardiner

 

 

tscherkessiche Dörfer in Quneitra (Golan Höhen)

Mansura: Abadzechen, Bjjedughen

Mudariye: Kabardiner

Selmaniye: Bjjedughen

Enzivan: Abadzechen

Mumsiye: Abadzechen

Biracem: Abadzechen

Berika: Abadzechen

Cueyza: Abadzechen

Hischniye; Kabardiner

 

 
Tscherkessen demonstrieren in New York gegen den Bürgerkrieg in Syrien und fordern die Rückkehr der syrischen Tscherkessen zurück in den Kaukasus.

 

tscherkessiche Truppen in Syrien ca. 1930

 

Irfan Genel

Quellen:

- Batiray Özbek.: Die tscherkessischen Nartensagen, Heidelberg 1982

- Izzet Aydemir.: Göç, Ankara 1988