Die Tscherkessen sind die frühesten bekannten Ureinwohner des Kaukasus und waren einst das zahlreichste und wichtigste Volk des nördlichen Kaukasus. In Europa bekannt unter den Namen "Tscherkessen" nennen sie sich selber "Adyge".


Ihre Vorgeschichte reicht weit über das 5. Jahrhundert vor Chr. hinaus. Um etwa 4000 v. Chr. entstand im nördlichen Kaukasus die Maikop Kultur. Diese gehört zu den ältesten Kulturen der Welt.

Sie beeinflussten die kulturelle Entwicklung des gesamten Nordkaukasus und Teile Südrusslands. Archäologische Ausgrabungen, insbesondere die Funde von hunderten Dolmen (Großsteingräber) im nordwestlichen Kaukasus zeugen von einer jahrtausendalten Kultur der Tscherkessen.

Die legendären Kimmerer gelten als Vorfahren der Tscherkessen. Sie gründeten als Sind-Mäotier um 400 v. Chr. einen Staat am Schwarzen Meer mit der Hauptstadt Gorgippa (heute Anapa). In der Geschichte wurden die Tscherkessen unter verschiedenen Namen bekannt, wie Cercetae, Siraces, Kassogen, Keschaks oder Kerket. Die europäischen Begriffe wie "Tscherkessen", "Circassian" gehen vermutlich auf die vorgenannten Bezeichnungen zurück.


Völker Kaukasiens im Altertum


Gor Dolmen bei der Stadt Gelendjik im nordwestlichen Kaukasus



Irfan Genel

Quellen:
- Emanuel Sarkisyanz.: Geschichte der Orientalischen Völker Russlands bis 1917, München 1961
- Alexander Leskov.: Grabschätze der Adygeen, München 1990
- Charles Burney.: Die Bergvölker Vorderasiens, Essen 1975