Amtliche Bezeichnung: Republik Adygeja
Fläche: 7600 km²
Einwohnerzahl: 440.000
Hauptstadt: Maikop
Präsident: Aslantscheri Tchakuschinow

 

 


Territorium
Die aus dem autonomen Gebiet in der Region Krasnodar hervorgegangene kleine Republik befindet sich im Nordwestkaukasus. Am linken Ufer der Flüsse Kuban und Laba gelegen, besteht sie im Norden aus der Kubanebene, im Süden aus einer Bergregion. Das Klima ist gemäßigt warm und feucht mit Temperaturschwankungen zwischen -2°C und 22°C. Mehr als ein Drittel des Territoriums ist bewaldet. Die Hauptstadt Maikop hat über 170.000 Einwohner, mehrheitlich Russen. Die Republik besteht aus 8 Verwaltungskreisen.

 
Bevölkerung
Auf die namensgebende Nation der Adygejer (Tscherkessen) entfallen etwa 22%, auf den russischen Bevölkerungsteil 68%, das ist der höchste russische Anteil in einer nationalen Gebietseinheit des Nordkaukasus. Die etwa 130.000 Tscherkessen die in Adygeja leben sind die Nachkommen der tscherkessischen Stämme (Bjjedughen, Temirgojer, Schapsughen, Natkhuajer, Abadzechen und Beslenejer) die während der Zwangsumsiedlung im Jahre 1864, hier verblieben sind.
Die Bevölkerungsdichte beträgt 57,6 Einwohner pro km², der Urbanisierungsgrad 53%. In den letzten Jahren haben sich rund 50.000 Flüchtlinge aus anderen Teilen des Kaukasus und Russlands in Adygeja niedergelassen.

Geschichte der Republik
Nach der Oktoberrevolution wurden 1922 ein adygejisch-tscherkessisches Gebiet eingerichtet. 1928 wurde es in "Adygejisches Autonomes Gebiet" umbenannt. 1936 wurde das Territorium des Gebietes in südlicher Richtung um die Kreise Giaginsk und Maikop erweitert. Die Gebietshauptstadt wechselte im gleichen Jahr von Krasnodar nach Maikop. Der Kreis um Tulskij kam im Jahre 1944 hinzu. Diese erklärte im Jahre 1990 seine Souveränität und erhielt den Status "Republik innerhalb der Russischen Föderation".


Wirtschaft
Die natürlichen Gegebenheiten des Landes begünstigen die landwirtschaftliche Produktion. Auf den fruchtbaren Schwarzerdeböden werden vor allem Weizen, Sonnenblumen, Zuckerrüben und Mais, daneben auch Gemüse und Kartoffeln angebaut. In den Dörfern findet man Obstgärten, Walnuss- und Kastanienbäume sowie Erdbeerplantagen.
In kleineren Mengen werden Erdgas und Erdöl, Gold und weitere Edelmetalle gefördert und es wird Waldwirtschaft betrieben. Im Industriebezirk Maikop sind Holzverarbeitung, Maschinenbau, Chemie, Zementindustrie sowie Betriebe für die Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Konservenfabriken, Weinkellereien, Milchverarbeitungswerke, Tabakfabriken usw. angesiedelt.
Die Republik wird im Norden von einer Eisenbahnlinie durchquert, die sie mit den Regionen Krasnodar und Stawropol verbindet und nach Tuapse an der Küste des Schwarzen Meeres führt. Von ihr zweigt eine Stichbahn nach Maikop und weiter ins Landesinnere ab. Die Anbindung an das russische Eisenbahnnetz ist dadurch gewährleistet. Darüber hinaus existieren von der Hauptstadt aus Autobusverbindungen zu den nordkaukasischen und russischen Städten. Der Tourismus könnte für den wirtschaftlichen Aufschwung der Republik von Bedeutung sein: Vor allem die Heilquellen lockten bislang schon über 100.000 Besucher pro Jahr an. Auch die Schönheit der Landschaft mit ihren Bergwiesen, Steppen und Urwäldern sowie das milde Klima in den Bergen gehören zu den Attraktionen Adygejas, das von seinen gastfreundlichen Bewohnern die "kleine Schweiz" genannt wird.



Quellen:
- Roland Götz und Uwe Halbach.: Politisches Lexikon GUS ,München 1992
- Murat Papsu.: Atlas Dergi / Cumhuriyetler -Parçalanmis Halk NO: 2003/03
- Barbara Pietzonka.: Ethnisch - territoriale Konflikte in Kaukasien, Baden Baden 1995